Israel, nicht nur für gläubige Menschen eine Offenbarung

Als eine Kommilitonin mir freudestrahlend berichtete, dass sie für ein dreimonatiges Praktikum nach Israel gehen würde, dachte ich, sie hätte den Verstand verloren. Wie konnte sie freiwillig in ein Land gehen, in dem nach meinem Empfinden Krieg herrschte? Doch sie lachte nur und erklärte, dass die Berichte in den Nachrichten heillos übertrieben seien.

Kriegsgebiet oder Urlaubsziel?

Als ich anfing nach Bildern zu googeln, war ich zu meiner eigenen Überraschung völlig begeistert. Für mich war Israel bis dahin ein Zankapfel der verschiedenen Regionen gewesen und ich hatte längst aufgegeben zu ergründen, worum es im Nahost-Konflikt genau ging. Obwohl ich in Geografie immer gut war, überraschte es mich, als ich bei einem Blick auf die Karte feststellte, dass das Land am Mittelmeer lag. Zumindest seine offizielle Hauptstadt Tel Aviv. Die Idee, eine Reise dorthin zu machen, war eher eine spontane Idee, weil das Wetter im Spätherbst so furchtbar war und ich mich nach Sonne sehnte.

Meer fürs Geld

Das Rote Meer, das Tote Meer und das Mittelmeer: Israel hat zwar nur die Größe Hessens, dafür aber Zugang zu drei Meeren. Das Tote Meer nimmt eine Sonderstellung ein und zieht jährlich tausende Touristen an. Auch ich war neugierig auf das Gewässer, das so salzhaltig ist, dass man nicht untergeht.

Mein erster Gedanke, als ich aus dem Bus stieg und zum Strand lief: Das riecht ja übel! Ein penetranter Geruch nach Schwefel hing in der Luft und als ich langsam ins Wasser ging, ließ mich die leicht ölige Konsistenz zurückschrecken. Außerdem brannten selbst kleine Kratzer furchtbar, die ich bis dahin gar nicht bemerkt hatte, als sie mit dem salzigen Wasser in Berührung kamen. Aber mir war ja von vornherein klar gewesen, dass das Tote Meer vor allem etwas für Menschen mit Hautproblemen und für klassischen Strandurlaub ungeeignet war.

Den Auftrieb am eigenen Leib zu erfahren war hingegen wirklich spannend. Ich lag auf der Wasseroberfläche, wie auf einer Luftmatratze und musste keinen Finger rühren, um nicht unterzugehen.

 

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